Digitale Agenda

Freiwilliges Soziales Jahr Digital

Ehrenamtlich am Computer

Aus unserem Alltag ist das Internet nicht mehr wegzudenken. Das "Netz" öffnet auch immer mehr Wege, sich ehrenamtlich für die Gesellschaft zu engagieren. Um das bestehende Engagement zu stärken, führt die Bundesregierung innerhalb ihrer Digitalen Agenda das "Freiwillige Soziale Jahr Digital" ein.

Internet-Cafe im Mehrgenerationenhaus sitzen ein Jugendlicher und ein älterer Mann vor einem Laptop Junge Menschen könnten Senioren Kenntnisse im Umgang mit dem Internet vermitteln. Foto: Burkhard Peter

Und das ist eine gute Sache, denn: Gerade in den Jugendfreiwilligendiensten haben Jugendliche die Möglichkeit, ihr technisches Wissen an andere weiterzugeben – zum Beispiel an Kinder und ältere Menschen, denen das Vertrauen oder die Kenntnisse im Umgang mit PC und Internet fehlen.

Medienkompetenz und soziale Teilhabe

Richtiger Umgang mit neuen Medien ist heute eine Schlüsselqualifikation, die den Alltag des Einzelnen erleichtert und bereichert. Medienkompetenz ist eine Grundvoraussetzung für die vollwertige Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger am gesellschaftlichen Leben.

Wirtschaftswachstum, Sicherheit im Netz und gesellschaftliche Teilhabe - das sind die zentralen Themen des digitalen Wandels in Deutschland. Um diesen Prozess voranzubringen, hat die Bundesregierung eine Digitale Agenda 2014-2017 beschlossen. Sie bestimmt die politischen Vorhaben, die in den kommenden Jahren zur gezielten Weiterentwicklung der Digitalisierung beitragen sollen.

Digitales Engagement fördern

Die Großen Koalition will Medienkompetenz fördern. So hat sie es im Koalitionsvertrag vereinbart, auf dem auch die Digitale Agenda aufbaut. Jede und jeder Einzelne soll sich sicher, informiert und selbstständig im Netz bewegen können. Dafür gilt es, möglichst vielen Menschen Medienkompetenz zu vermitteln und ihnen damit die Chancen des Internets zu eröffnen.

Koalitionsvertrag für die 18. Legislaturperiode: "Wir befürworten ein Modellprojekt 'Freiwilliges Soziales Jahr Digital', damit junge Menschen ihre technischen Fertigkeiten und Fähigkeiten im Umgang und in der Anwendung von neuen Medien in den Dienst von gemeinnützigen Einrichtungen stellen und diese bei der Umsetzung von digitalen Projekten und der Vermittlung von Medienkompetenz unterstützen."

Auf der Suche nach Pilotprojekten

Noch steckt das neue Angebot in den Startlöchern. Das Bundesfamilienministerium arbeitet derzeit daran, wie ein FSJ Digital aussehen könnte. Denkbar wäre unter anderem der Einsatz in Mehrgenerationenhäusern. Hier könnten junge Erwachsene Smartphone-Kurse für Senioren anbieten.

In fast allen Bundesländern gibt es bereits Träger und Einsatzstellen, in denen Medienkompetenz eine besondere Rolle spielt – allerdings nicht in den Freiwilligendiensten. Diese sehen Medienbildung nicht als eigenständiger Bereich, sondern als Querschnittsthema.

Mehr als 51.000 Freiwillige bundesweit

Viele junge Menschen absolvieren nach der Schule ein Freiwilliges Soziales Jahr. Aktuell gibt es im FSJ bundesweit mehr als 51.000 Freiwillige - Tendenz steigend. Sie arbeiten in Kindereinrichtungen, Krankenhäusern oder Sportvereinen. Ihr Anliegen: Einen Beitrag für die Gemeinschaft leisten, aber auch erste berufliche Erfahrungen sammeln.

Das Freiwillige Soziale Jahr gibt es seit 50 Jahren. 1993 kam das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) hinzu. Daran nehmen derzeit 2.800 junge Erwachsene teil. Für FÖJ und FSJ stehen im aktuellen Haushaltsjahr 2014 rund 93 Millionen Euro bereit.

Donnerstag, 18. September 2014

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