Digitale Agenda

Hightech-Strategie

Sicher durch die digitale Welt

Sichere und innovative IT-Lösungen für Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaft und Staat: Das Kabinett stimmte einem Rahmenprogramm zu, das die Forschung für mehr Sicherheit in der Informationstechnologie bündeln soll. Allein das Forschungsministerium will 180 Millionen Euro investieren.

Surfen mit dem Handy: Ortungsdienst ist ausgeschaltet Computerkriminalität und das Ausspähen von Daten nehmen zu. Foto: Sebastian Bolesch

Computer nehmen uns Arbeit ab und ermöglichen vieles, was uns früher nicht möglich schien. Smartphone und Internet - aus dem Alltag der meisten Menschen sind sie nicht mehr wegzudenken.

Die computerisierte Welt steuert auch unsere Grundversorgung: Strom-, Wasser-, Gas- und Kommunikationsnetze. Ohne elektronische Datenverarbeitung funktioniert kein modernes Krankenhaus mehr.

Unsere Daten schwirren durch das Netz, ohne dass wir dies kontrollieren können. Sind wir sicher, dass unsere Bankdaten oder E-Mails niemand liest, den wir nicht dazu berechtigt haben?

Computerkriminalität nimmt zu

Klar ist: Computerkriminalität und das Ausspionieren von Daten nehmen zu. 2013 stieg die weltweite Zahl von Angriffen auf die IT-Sicherheit um 48 Prozent auf insgesamt fast 43 Millionen. Das entspricht 117.330 Angriffen pro Tag. Der wirtschaftliche Schaden liegt bei geschätzten 575 Milliarden Dollar.

Wir brauchen daher IT-Sicherheit. Auf neue Schutzmechanismen folgen aber meist neue Angriffsmethoden. Daher ist IT-Sicherheit in erster Linie als vorausschauender Prozess zu verstehen. Aufgabe der Forschung ist es, innovative Schutzmaßnahmen und belastbare Lösungen zu entwickeln, die auch in Zukunft funktionieren und den Teufelskreis durchbrechen.

Kontinuierlicher Dialog

Die IT-Sicherheitsforschung orientiert sich an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Bei neuen Lösungen muss von Anfang an die praktische Anwendung bedacht werden. Dies geht nur, wenn alle Beteiligten einen kontinuierlichen Dialog miteinander führen. Technologische Ansätze und Lösungen zu IT-Sicherheitsstandards sind notwendig, ebenso wie ethische, juristische oder ökonomische Forschungsbeiträge.

Die vier Schwerpunkte des Rahmenprogramms IT-Sicherheit:

  • Hightech für die IT-Sicherheit: technische Lösungen für die Sicherheit und die Verschlüsselung von Datenübertragungen.
  • Sichere und vertrauenswürdige IKT-Systeme: Privatsphäre, Wissens- und Produktschutz in immer größer werdenden Systemen wie Internet oder Cloud-Computing sind zu schützen. Transparenz und Bedienerfreundlichkeit sollen beachtet werden.
  • IT-Sicherheit in Anwendungsfeldern: Versorgung, Medizin, Verkehr und moderne Industrieproduktion sind komplexe Anwendungsfelder für die EDV. Wie lassen sich diese lebensnotwendigen Systeme vor Angriffen schützen?
  • Privatheit und der Schutz von Daten: Die Privatheit und der Schutz der persönlichen Daten sind elementare Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben jedes Bürgers und jeder Bürgerin. Technologien müssen effektiv und auch für Laien leicht bedienbar sein.

180 Millionen Euro für mehr Sicherheit

Erforscht wird auch, wie sich Forschung und Anwendung vernetzen und Kompetenzen bündeln lassen. Die Bundesregierung will die internationale Zusammenarbeit und den Dialog in der Öffentlichkeit unterstützen. Der wissenschaftliche Nachwuchs soll gefördert werden.

Das für den Zeitraum 2015 bis 2020 angelegte Programm ist offen gestaltet. Die Schwerpunkte und Finanzpläne lassen sich während der Laufzeit verändern. Das Bundesforschungsministerium plant, 180 Millionen Euro in die Forschung zu investieren.

Mittwoch, 11. März 2015