Digitale Agenda

Digitale Agenda

Internet als Forschungsthema

Die Digitalisierung und das Internet prägen immer stärker unseren Alltag, unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft. Wie wird der digitale Wandel Gesellschaft, Politik und Wirtschaft verändern? Welche Auswirkungen hat das auf die Menschen? Antworten darauf soll das in Berlin neu gegründete Deutsche Internet-Institut geben.

Auszug von Händen an einer Tastatur mit Maus. Ziel des Instituts ist es, die Digitalisierung besser zu verstehen und sie zum Wohle der Gesellschaft nutzbar zu machen. Foto: Colourbox

Internet und Digitalisierung sind schon lange nicht mehr allein ein technisches Problem. Wir diskutieren, wem die Daten gehören, die wir preisgeben. Wir fragen uns, wie viel Zeit unsere Kinder vor dem Computer sitzen sollen.

Die Industrie wandelt sich hin zu stärker individualisierten Produkten, für deren Herstellung weniger Menschen benötigt werden. Der Handel verlagert sich mehr und mehr zum Online-Handel. Das selbstfahrende Auto könnte bald Realität werden. Andererseits fühlen sich viele Menschen abgehängt, weil sie sich den neuen Anforderungen nicht gewachsen fühlen oder sich damit nicht auseinandersetzen wollen.

Gesellschaftliche Veränderungen

Für alle erkennbar, verändert sich unsere Gesellschaft durch die neuen Möglichkeiten. Dabei stellen sich aber zahlreiche ethische, rechtliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragen. Diese wird das Deutsche Internet-Institut mit neuen Forschungsansätzen untersuchen. Dazu wird die Forschungseinrichtung praxisnahe Anwendungsmodelle entwickeln und Forschungsschwerpunkte vorschlagen.

Im Blick auf Chancen und Risiken sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka bei der Eröffnung in Berlin: "Wir brauchen keine staatlich finanzierten Bedenkenträger. Wir brauchen Wissenschaft auf höchstem Niveau. Wir brauchen wirklich nachvollziehbare Wissenschaft, die erkenntnisoffen ist und daraus Handlungsoptionen für die Politik und die Gesellschaft erörtert, keine Vorfestlegung sondern hochkarätige Wissenschaft".

Digitale Agenda

Das neue Institut trägt den Namen "Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft". Es wurde von einem Konsortium aus fünf Hochschulen und zwei außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus Berlin und Brandenburg gegründet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt Fördermittel in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro in den ersten fünf Jahren bereit. Mit seiner Gründung setzt die Bundesregierung ein zentrales Ziel ihrer Digitalen Agenda 2014–2017 um.

Das Institut wurde nach dem deutsch-US-amerikanischen Informatiker und Gesellschaftskritiker Joseph Weizenbaum benannt, von dem das Zitat stammt: "Eine Gesellschaft, die sich auf eine Technik einlässt, braucht eine starke innere Kraft, um von den Zielen nicht verführt, nicht gierig zu werden."

Lernendes Zentrum

Das Deutsche Internet-Institut ist als "lernendes Zentrum" angelegt und soll Impulse in der nationalen und internationalen Forschung geben sowie neue Schwerpunkte setzen. Darüber hinaus vernetzt es die einschlägige Forschungslandschaft und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs.

In sechs Forschungsbereichen werden rund 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in 20 interdisziplinären Forschungsgruppen arbeiten. Dazu sind noch zahlreiche Stellen zu besetzen. Die Arbeit in vom Berliner Senat finanzierten Räumen soll aber bereits im November beginnen.

Das Konsortium aus Freier Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technischer Universität Berlin, Universität der Künste Berlin, Universität Potsdam, Fraunhofer-FOKUS und dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung als Koordinator hat sich in einem zweistufigen wettbewerblichen Verfahren durchgesetzt.

Donnerstag, 21. September 2017