Digitale Agenda

Konferenz Berufsbildung 4.0

Für digitale Arbeit qualifizieren

Ob Zahntechnik, Automobilindustrie, Einzelhandel oder Landwirtschaft – die Digitalisierung verändert die Berufe und die Berufsausbildung. Bundesbildungsministerin Wanka fordert, die Vorteile zu nutzen. Die duale Berufsbildung werde durch digitale Technik noch attraktiver, sagte sie auf einer Konferenz in Leipzig.

Zwei Ingenieure arbeiten mithilfe eines Laptops an einem Hubschrauber. Das Bundesbildungsministerium unterstützt den digitalen Wandel in der Aus- und Weiterbildung. Foto: mauritius images

Um berufliche Aus- und Weiterbildung für die digitale Arbeit gestalten zu können, "müssen wir diskutieren, was sich für die einzelnen Berufsbilder und Branchen verändert", sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka auf der Konferenz "Berufsbildung 4.0 – Zukunftschancen durch Digitalisierung" in Leipzig. Themen wie Datensicherheit und Datenschutz gehörten nicht nur zur IT-Ausbildung, sie müssten auch in andere Ausbildungen einfließen.

Bei der Konferenz "Berufsbildung 4.0 – Zukunftschancen durch Digitalisierung" am 28. und 29. November in Leipzig ging es um neue Anforderungen in der Berufsbildung. Mehr als 450 Experten aus Betrieben, Berufsschulen, Wissenschaft und Politik nahmen daran teil.

Ausbildung mit Pflegesimulator oder Virtual Reality-Brille

Mit der Initiative "Berufsbildung 4.0" unterstützt das Bundesbildungsministerium den digitalen Wandel in der Aus- und Weiterbildung. Gefördert werden beispielsweise digitale Ausbildungsprojekte in Betrieben und an Berufsschulen: Das reicht vom Lernen am Tablet, über den Pflegesimulator bis zur Virtual Reality-Brille.

Um die Projekte in die Fläche zu tragen, brauche es zusätzlich Unterstützung durch den Bund, so Wanka. Deshalb habe sie Anfang 2017 den DigitalPakt Schule vorgeschlagen.

Vereinbarung zu Digitalpakt mit Ländern auf gutem Weg

Mit dem Pakt wollen Bund und Länder die Schulen besser mit IT ausstatten. Die Vereinbarung mit den Kultusministern der Länder sei auf gutem Weg und solle bis Ende 2017 vorliegen. Mit Hilfe von fünf Milliarden Euro vom Bund sollen alle 40.000 Schulen – auch die Berufsschulen – digital ausgestattet werden. Die Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer sei Aufgabe der Länder, so Wanka.

In fast jedem Beruf ist heute digitales Wissen gefragt. Neben Lesen, Schreiben und Rechnen sind IT-Kenntnisse zur vierten Schlüsselkompetenz in der Berufsausbildung geworden. Für die Arbeit der Zukunft müssen IT-und Medienkompetenzen frühzeitig und umfassend in der allgemeinbildenden und berufsbildenden Schule vermittelt werden.

Für duale Berufsausbildung immer wieder werben

Mehr als 500.000 junge Leute machen jedes Jahr eine duale Berufsausbildung, weitere 200.000 eine schulische. Das deutsche Berufsbildungssystem sei hervorragend aufgestellt. Gleichwohl müsse dafür immer wieder geworben werden – bei den Jugendlichen und bei ihren Eltern, betonte Wanka.

Digitale Weiterbildungsangebote schaffen

Der digitale Wandel werde in Deutschland nicht massenhaft Arbeitsplätze kosten. Die gute Grundausbildung müsse aber durch Weiterbildung im Job ergänzt werden. Mehr digitale Weiterbildungsangebote müssten bereitgestellt und staatlich finanziert werden, erklärte die Ministerin.

Digitale Technik und Medien machten die berufliche Bildung für junge Menschen noch attraktiver, betonte auch der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung, Friedrich Hubert Esser. Die Anforderungen am Arbeitsplatz stiegen, Arbeiten in interdisziplinären Teams werde zunehmend wichtiger. Die Nachfrage nach beruflich gebildeten Fachkräften nehme zu.

Bundesbildungsministerium fördert digitale Berufsbildung

Mit dem Programm Berufsbildung 4.0 fördert das Bundesbildungsministerium den Einsatz digitaler Medien in der beruflichen Bildung. Beispielsweise werden digitale Lernspiele und Simulationen für die Pflegeausbildung entwickelt.

Überbetriebliche Ausbildungsstätten werden unterstützt, um digitale Geräte zu beschaffen, damit technologische Entwicklungen frühzeitig in die Ausbildung integriert werden können. Davon profitieren Auszubildende aus kleinen und mittleren Ausbildungsbetrieben.

In Forschungsprojekten wird untersucht, wie sich Qualifikationsanforderungen in ausgewählten Berufen verändern und wie Aus- und Weiterbildung angepasst werden müssen.

Mittwoch, 29. November 2017