Digitale Agenda

Deutscher Mobilitätspreis

Dank Innovation sicher mobil

Wie können Geodaten unsere Mobilität noch sicherer und zuverlässiger machen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Ideenwettbewerbs für den Deutschen Mobilitätspreis 2017. Drei Ideengeber konnten die Jury mit ihren Visionen für intelligente Mobilität besonders überzeugen.

Verkehrsampeln für Autofahrer, Rechtsabbieger und Radfahrer Radfahrer sind an Ampeln besonders gefährdet. Eine digitale Priorisierung könnte das ändern. Foto: Photothek/ Imo

Bis zum 16. Oktober hatten Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland Gelegenheit, über das Ideenportal des Deutschen Mobilitätspreises die Mobilität der Zukunft mitzugestalten. Gesucht wurden Vorschläge für digitale Innovationen, die raumbezogene Daten so nutzen, dass Menschen noch sicherer und zuverlässiger ans Ziel gelangen.

Der Deutsche Mobilitätspreis wird von der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium sowie der Plattform "Digitale Netze und Mobilität" des Digital-Gipfels verliehen. Ziel ist es, den Nutzen digitaler Technologien im Mobilitätsbereich sichtbar zu machen.

Vorreiter für die Mobilität 4.0

Über das Online-Portal des Ideenwettbewerbs wurden insgesamt 70 Ideen eingereicht. Eine Fachjury mit Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik wählte die drei vielversprechendsten Einreichungen aus. Vorsitzende der Jury war die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Dorothee Bär.

"Mit dem Preis würdigen wir Menschen, die mit ihren Ideen schon heute Vorreiter sind für die Mobilität 4.0", sagte Bär bei der Bekanntgabe der Sieger. Die Preisträger erhielten Prämien im Gesamtwert von 6.000 Euro, gestiftet vom Wettbewerbspartner Esri Deutschland.

Geodaten sind digitale Daten mit einem direkten oder indirekten Bezug zu einem bestimmten Standort oder geografischen Gebiet. Sie beschreiben also ein Objekt - entweder direkt mittels Koordinaten oder indirekt durch eine Adresse.

Mit Geodaten zu sicherer Mobilität

"Die Mobilität von morgen geht uns alle etwas an - die Preisträger des Ideenwettbewerbs zeigen, wie kreativ und visionär die Deutschen zukünftig mobil sein wollen", so Ute Weiland, Geschäftsführerin der Initiative "Deutschland - Land der Ideen". Ausgezeichnet wurden die folgenden Ideen:

1. Preis: "Pro-Act TCS" - Unfälle verhindern, bevor sie passieren

Ein maschinell lernender Algorithmus berechnet, wann und wo ein Unfall in naher Zukunft am wahrscheinlichsten stattfinden wird. Der Service steht den zuständigen Verkehrs- und Sicherheitsbehörden zur Verfügung. So können sie frühzeitig Einsatzfahrzeuge an die prognostizierten Orte entsenden, um die Verkehrsteilnehmer mit Kennleuchten, Lichttafeln oder anderen Mitteln zu warnen.

2. Preis: "MyPriority" - Vorrang für Fußgänger oder Radfahrer an Ampeln

Eine App identifiziert und lokalisiert mit Hilfe frei verfügbarer Geodaten und GPS-Ortung Verkehrsarten, das heißt einzelne Verkehrsgruppen. Mit den gesammelten Informationen wird es möglich, besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern oder Radfahrern an Ampeln den Vortritt zu lassen. Unfälle, die durch Rotlichtverstöße verursacht werden, können so verhindert werden.

3. Preis: "Dein smarter Augenblick" - Besserer Schutz für Fußgänger mit Behinderungen

Die Echtzeit-Erfassung von Bewegungsdaten hilft Menschen, die schlecht hören oder sehen können, Gefahren im Straßenverkehr zu vermeiden. Denkbar wäre zum Beispiel ein intelligenter Spazierstock, der in Echtzeit mit den Positionen von Autos, Radfahrern, Ampeln oder Straßenschildern versorgt wird. Auf der Basis dieser Daten warnt ein physischer Impuls den Träger des Spazierstockes davor, mit einem anderen Objekt zusammenzustoßen.

"Deutschland - Land der Ideen" ist eine Initiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft, vertreten durch den Bundesverband der Deutschen Industrie. Gemeinsam engagieren sich Partner aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft, um Innovationen aus Deutschland zu mehr Bekanntheit im In- und Ausland zu verhelfen.

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Zusatzinformationen

Preisträger 2016: Ridesharing-Fahrdienst

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