Digitale Agenda

Digitalisierung in der Entwicklungszusammenarbeit

Wir nutzen Digitalisierung als wichtigen Baustein für die Entwicklungszusammenarbeit.

Dazu gehört, dass

  • der Cyber-Kapazitätsaufbau ("Cyber Capacity Building") sowie, im engeren Sinne, der Aufbau von Kapazitäten im Bereich Cyber-Sicherheit ("Cyber Security Capacity Building") vorangetrieben wird;
  • die Afrikastrategie der Bundesregierung verstärkt digital ausgebaut wird. Wir prüfen und fördern gezielt die Potenziale eines digitalen Afrikas und lernen umgekehrt von diesbezüglichen Fortschritten unserer Partner auf dem Nachbarkontinent;
  • Digitalisierung zunehmend als Querschnittsthema der deutschen Entwicklungszusammenarbeit verstanden wird. Wir prüfen die Implementierbarkeit in sektoralen und regionalen Programmen;
  • Digitalisierung im Governance-Bereich als Mittel transparenter, effizienter Regierungsführung und Verwaltung in den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit verstanden und gefördert wird;
  • wir regelmäßig Rohdaten zu laufenden Entwicklungsprojekten an die International Aid Transparency Initiative (IATI) liefern und so unseren Beitrag zu mehr Wirksamkeit und Transparenz in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit leisten.

Kommentare

  1. Kleiner Max 12.03.2015 16:01
    Elektroschrott entsorgen...
    Ist mit "Digitalisierung in der Entwicklungszusammenarbeit" gemeint, dass nun alte PCs der Behörden in die Dritte Welt verschoben werden?
    1. Die Redaktion Digitale Agenda 19.03.2015 07:26
      Seit die Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) im Jahr 2000 auf dem Weltgipfel in New York verabschiedet wurden, sind Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) als wichtiges Mittel der internationalen Zusammenarbeit anerkannt. Das achte der dort festgelegten Ziele nimmt direkten Bezug auf diese Technologien: "In Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor sollen die Vorteile der neuen Technologien, besonders in den Bereichen Information und Kommunikation, zugänglich gemacht werden." (Zielvorgabe 8.F von MDG 8) Die Bundesrepublik Deutschland sieht ihre Aufgabe darin, gemeinsam mit ihren Partnern in den Entwicklungsländern eine Hebelwirkung zu erzeugen – durch politische Beratung, die Durchführung strategischer Projektmaßnahmen und die Anregung neuer Partnerschaften, zum Beispiel mit der Zivilgesellschaft oder dem Privatsektor. Ziel ist es, die internationalen und regionalen Unterschiede beim Zugang zu IKT zu verringern: Mehr Menschen in Entwicklungsländern sollen die Möglichkeit erhalten, IKT-Anwendungen zu nutzen und aktiv an der globalen Informationsgesellschaft teilzunehmen. Im Zuge der weltweiten Verbreitung von IKT verschärft sich auch die Problematik des Umgangs mit Elektroschrott (e-Waste). Um nicht noch mehr zum e-Waste-Problem beizutragen, sollten IKT-Maßnahmen auch das Ende der Lebensdauer von technischen Geräten im Blick haben und versuchen, eigene Lösungen zu entwickleln. Nachhaltige Recycling- und Entsorgungsverfahren spielen eine zentrale Rolle bei der Entsorgung von alter Hardware aus Behörden. Ein Export von PCs in Entwicklungsländer ist nicht Bestandteil dieser Verfahren. Stattdessen werden ausgemusterte PC bspw. kostenlos an Schulen oder gemeinnützige Einrichtungen weitergeben. Nicht mehr funktionsfähige Geräte werden über zertifizierte Dienstleiter entsorgt. Zum Teil bestehen auch Rücknahmevereinbarungen mit Lieferanten, die sich um eine fachgerechte Entsorgung von Altgeräten kümmern. Die Digitalisierung der Entwicklungszusammenarbeit insgesamt bezieht sich wiederrum auf die neuen Möglichkeiten, die sich durch den Einsatz von digitalen Anwendungen für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit bieten. Die Einsatzmöglichkeiten sind dabei vielseitig und in ganz unterschiedlichen Kontexten und Sektoren umsetzbar: In Ghana erhalten Landwirte Daten über aktuelle Marktpreise per SMS und können so bessere Preise für ihre Ernte erzielen. In Kenia wiederrum werden Probleme bei kommunalen Dienstleistungen (z.B. defekte Wasserleitungen) auf einer virtuellen Karte zusammengetragen und an die Kommune gemeldet. In Benin treten Jugendliche über eine Social Media-Plattform in direkten Kontakt mit Politikern und sprechen über Themen, die sie in ihrem Alltag bewegen.